Language

 



Bericht aus Budapest

Budapest

Als Gangaji und ich in den 80er Jahren zum ersten Mal nach Budapest kamen, war unser erster Eindruck der von Grenzsoldaten mit Waffen und dem Roten Stern an der Mütze, die in unserem Eisenbahnabteil das Gepäck durchsuchten, als wir die Grenze überquerten. (Das fühlte sich an wie eine Szene aus einem 50er-Jahre-Film.) Deshalb waren wir völlig verblüfft, als unsere Gastgeber in ihrer Wohnung ein kleines Treffen veranstalteten und wir alle zusammen im Kreis im Wohnzimmer den alten Hippie-Song „The River is Flowing“ sangen:

The River is flowing,
flowing and flowing.
The river is flowing.
Back to the sea.
Oh, Mother carry me
A child I will always be
Oh, Mother carry me
back to the sea.



Weiterlesen: Bericht aus Budapest

Bericht aus Australien

Aussie-Bericht

Unsere Tour hier in Australien nähert sich dem Ende. Wir lieben die Menschen, die Kultur und die Landschaft. Die Sangha hier ist tief und wahrhaftig. Viele Menschen haben berichtet, dass sie Gangaji zum ersten Mal vor fünfzehn Jahren in ihrem Blue-Mountain-Retreat trafen.

 

Ein College-Professor der Hochschule für Pazifische und Asiatische Studien der Nationalen Universität Australiens in Canberra hatte seiner neuen Ehefrau erzählt, wie er zum Radikalen geworden war. Er hatte meinen Namen erwähnt, sie googelte mich und so flog er nach Sydney zum Satsang und Abendessen. Pete, damals noch „Dr. Van Ness“, war mein Mentor gewesen und für meine Diplomarbeit an der Hochschule für Internationale Studien in Denver verantwortlich. (Condi Rice war ein paar Jahre unter mir und er meinte dazu, sie sei eine Liberale gewesen, bevor sie dann zur dunklen Seite überwechselte). Als ich ihn zuletzt in einer Klassenzimmer-Situation sah, war mein Name Elliot Zeldow. Ich war dreiundzwanzig Jahre alt. Ich trat ins Klassenzimmer mit einer Kanne Wein und einem Joint bewaffnet, um zu verkünden, dass wir den Lehrbetrieb nun einstellen und auf dem Campusrasen Woodstock West aufziehen würden. Es war das Frühjahr 1970 und wir protestierten gegen die Gerichtsverhandlung von Bobby Seal von den Black Panthern und gegen Nixons Ankündigung der illegalen Bombardierung Kambodschas. (Es war während dieser landesweiten Proteste, dass Studenten an der Kent State erschossen wurden.)

 

Weiterlesen: Bericht aus Australien

Die Schleier lüften

Baden Baden, Deutschland

 

Sechzig von uns trafen sich, um die Schleier zu lüften. Wir kamen als Coaches, Trainer, Therapeuten, Mütter, Grafiker, Piloten und anderes mehr. Wir sahen durch die Schleier hindurch auf das, was von jeder Identität unberührt ist. Wir haben entdeckt, was es heißt, ein wahrer Freund zu sein und erkannten die Macht  der Trancearbeit, unerledigte Aufgaben aufzudecken und zu Ende zu bringen, die uns selbst nach vielen tiefen und tiefgründigen Einsichten an unserer unerlösten Ego-Identität festhalten lassen.

 

Für mich bedeutete diese Veranstaltung auch, zum Ausgangspunkt meiner

Lehre zurückzukehren. Bevor ich meinen geliebten Papaji traf, den Spender von Stille und Befreier aller Seelen, hatte ich ein Jahrzehnt lang mit Trancearbeit und dem Enneagramm gearbeitet, um das Erwachen aus der Trance der persönlichen Identität zu unterstützen.

 

An der Resonanz der Menschen darauf erkenne ich die Nützlichkeit dieser Arbeit. Daher werde ich „Die Schleier lüften“ und vieles mehr in die amerikanische 3-Jahres-Intensiv-Gruppe einarbeiten. Das hat im August mit sehr guten Ergebnissen begonnen. Ich wurde nach dem letzten Retreat in Baden Baden auch gebeten, hier eine 3-Jahres-Intensiv-Gruppe anzubieten, die den Schwerpunkt haben wird, die Einsichten und Methoden dieser Arbeit weiterzugeben. Sie wird nächsten September beginnen.

Weiterlesen: Die Schleier lüften

Erwachen überall

Seit 1983 komme ich nach Europa um zu lehren. Als Außenstehender   konnte ich die Stimmung in den verschiedenen Kulturkreisen, die ich durchreiste, deutlich wahrnehmen. In Budapest, wo ich in einem kommunistischen Jugend- und Gemeindezentrum lehrte, war es unvermeidlich, die Beklemmung und Verzweiflung wahrzunehmen, die wie eine Wolke über der ganzen Stadt hing.

In Deutschland war etwas anderes spürbar. Etwas seltsam Steifes und Zugeknöpftes. Die Angestellten am Empfang der Hotels wirkten oft argwöhnisch und feindselig, wenn sie uns eincheckten. Die Stimmung fühlte sich bedrückend an und wir waren immer froh, wenn wir weiterreisen konnten.

2007 sollte ich wieder nach Deutschland kommen, doch in letzter Minute stellte sich heraus, dass mein Körper schwer erkrankt war. Zwei Tage vor meiner geplanten Abreise musste ich absagen. Letztes Jahr kam ich zwar, aber mein Körper war noch sehr schwach und ich traf mich nur mit einer kleinen Gruppe ehemaliger Schüler für ein Wochenende in Hamburg.

Im Verlauf der letzten Jahre ist, was einmal so klein begonnen hat, gewachsen. Als ich in der 80ern mit Menschen arbeitete, waren alle darauf konzentriert, ihre Geschichte in Ordnung zu bringen und durch Änderung ihrer Verhaltensmuster oder ihrer Lebensumstände ihr Leben zu verbessern.


Weiterlesen: Erwachen überall

Irans Ruf nach Freiheit

Gangaji und ich sind gerade in Amsterdam. Wir lieben es hier. Ebenso wie die Menschen und die Kultur lieben wir auch die Freiheit hier. Die Niederlande sind vielleicht die fortschrittlichste Gesellschaft in Bezug auf den Schutz sowohl der persönlichen Freiheit als auch des  demokratischen Gemeinwesens. Als Gesellschaften könnten wir wahrscheinlich alle von den Holländern etwas lernen.

 

Der tiefste Ruf nach Freiheit steigt in uns allen auf. Manchmal wird er von unseren eigenen inneren Mechanismen unterdrückt. Wir überdecken und ignorieren ihn zugunsten von  Sicherheit oder Bequemlichkeit oder um geliebt zu werden. Aber er schlägt in allen Herzen.

 

Dieser Ruf nach Freiheit ist nun in Iran hervorgebrochen. Wenn wir uns an Rumis große Liebesgedichte der Freiheit erinnern, hören wir die persische Seele, die in Liebe mit der Liebe, der Freiheit und der Wahrheit ist. Schon auf seinem Höhepunkt vor Tausenden von Jahren war das persische Reich als das toleranteste seiner Zeit bekannt, denn es gewährte den alliierten Staaten Religionsfreiheit und kulturelle Identität, wie auch die Freiheit, den Staatenbund zu verlassen.



 

Weiterlesen: Irans Ruf nach Freiheit

Wie erreichen wir Weltfrieden?

Vielleicht haben wir früher dazu geneigt, von uns selbst die Vorstellung eines friedvollen Menschen zu haben, und dann versucht, uns zu dazu zu disziplinieren, so auszusehen oder zu handeln, wie wir dachten, dass ein friedvoller Mensch es sollte. Wenn wir unseren eigenen Vorstellungen und Erwartungen nicht gerecht werden können, kämpfen wir gegen uns selbst. Ich spreche aber nicht über Konzepte oder Persönlichkeitstraining. Die Möglichkeit, die ich vorschlage, reicht tiefer als jedes Konzept und kann nicht erlernt oder nachgeahmt werden. Die Möglichkeit für jeden von uns ist zu erkennen, dass Frieden schon in diesem Augenblick lebt und gegenwärtig ist. Wenn ich das Wort „Frieden“ benutze, beziehe ich mich auf eine Qualität von intelligenter, bewusster Liebe. Wenn du dich selbst als intelligente, bewusste Liebe erkennst, wird Frieden ein Nebenprodukt dieser direkten Erkenntnis deiner selbst sein.

 

Nur zu glauben, dass du intelligente, bewusste Liebe bist oder es zu verstehen, trifft es nicht. Es zu glauben oder zu verstehen erfordert ein Konzept oder einen Gedanken über dich selbst. Im Getöse des Denkens dieses Konzepts könntest du die überwältigende direkte Erfahrung der Erkenntnis verfehlen. Diese direkte Erkenntnis ist wesentlich dafür, dass der Frieden sich in deinem Herzen einstellen kann. Dein wahres Selbst direkt, ohne Gedanken oder Konzept zu erkennen, heißt zu erkennen, was bereits frei und in Frieden ist. Jeder von uns auf unserer Mutter Erde kann das hier und jetzt direkt erkennen. Jeder von uns, einer wie der andere, kann in seinem eigenen Herzen die absolute Wahrheit erkennen. Frieden ist dann einfach ein Nebenprodukt dieser direkten Erfahrung.

 


Weiterlesen: Wie erreichen wir Weltfrieden?