Language

 



 

Vor fünfeinhalb Jahren erfuhr ich, dass ich Brustkrebs habe.


Ich befand mich in einer großen Menschenmenge als mich ein Radiologe anrief, um mir die Nachricht am Handy mitzuteilen. Als ich fühlte wie mein Mind und Körper durch den Raum taumelte, rief Elis Stimme mir zu: „Es ist immer ein guter Tag, um zu sterben.“


Viele Krankheiten später und nach großer physischer Zerstörung erfuhr ich die Gnade, diese Wahrheit zu leben während dieser Ego-Körper stirbt. Die Diagnose ist unwichtig. Die Erkenntnis ist alles. Jeder Tag ist ein großartiger Tag, zu einer eingebildeten Zukunft zu sterben und einer Vergangenheit, die nie gut genug war. Es ist immer ein guter Tag, um die mentalen und physischen und emotionalen Geschichten, die wir uns selbst erzählen, zur Ruhe zu bringen, egal wie logisch oder richtig sie gerade erscheinen mögen.

 

Uns allen wird in unserem Leben oft auf die Schulter geklopft. Und wie werden wir antworten? Können wir den Mut aufbringen, dem Schrecken ins Gesicht zu sehen, der uns all die Jahre belauert hat und jede Begabung, jeden Erfolg in wertloses Zeug verwandelt hat? Sich endlich umzudrehen, und dem Mind und seiner unendlichen Hölle ins Gesicht zu sehen. Endlich meinem eigenen Schrecken vor den Kobolden entgegenzutreten und herauszufinden, dass da nichts ist. Das war die größte Freiheit in meinem Leben. Mich hinzugeben. Gegen nichts Widerstand zu leisten...nicht einmal dem unausweichlichen Tod, der wartet. Das war es, wovor ich im Kern immer Angst hatte. Dass dieses ausgedachte „Ich“ still sein müsste, ob ich das wollte oder nicht. Das ist es, was Eli, mein geliebter und unablässig liebender Lehrer, mir gegeben hat...die Erfahrung, was es bedeutet, zu sterben, bevor der Körper geht.


Ich habe Eli und Gangaji vor neunzehn Jahren „total zufällig“ getroffen. Ich hörte ihre Worte und irgendwie hallten sie in mir nach... und deshalb wollte ich in ihrem Publikum sein, aber ich kämpfte mächtig, um in der Geschichte zu bleiben. Als ich die Maske der Fixierung in all seinen unendlichen Nuancen sah, machte mich schließlich bescheiden. Durch viele Retreats mit Eli und Gangaji und dem unglaublichen Glück in der ersten Drei-Jahres-Gruppe zu sein, war ich für die Erfahrung vorbereitet, dass ein sterbender Körper und ein friedvolles, sogar freudiges Herz gleichzeitig vorhanden sein können.


All das bedeutet nicht, dass ich keine Schmerzen habe und keine Angst das ist. Aber ich lasse sie da sein ohne damit zu kämpfen oder ein Urteil darüber zu haben, ob irgendetwas davon spirituell ist oder nicht. Sobald ich in mir nachsehe, ist da nichts da. Ich lache oft am Tag...über einen guten Witz, einen lustigen Sketch auf YouTube und vor allem über mich selbst und wie das Ego seine verschlagenen Wege geht.

 

Wir leben alle glückliche Leben, weil wir die Gnade haben einen Lehrer zu haben, durch den die Weisheit aller Zeiten fließt. Wir mögen es nicht beim ersten Mal verstehen, oder beim zwanzigsten Mal, aber einfach nur in der Sangha zu bleiben, für mehr zurückzukehren, selbst wenn das Ego schreit „Genug!“, ist das Geschenk, das du öffnen kannst, wenn du es am meisten brauchst.


Wir haben uns nicht alle persönlich getroffen, aber wir sind eins und dasselbe. In diesem Geiste schreibe ich euch, bekannte und unbekannte Freunde, um das Licht zu erkennen, das auf uns scheint... das Licht, das wir alle umfassen.

Die Tage werden weniger und ich beobachte wie sich der Körper auflöst, manchmal sehr schmerzhaft, aber nichts ändert sich an meiner Freude, dass ich lange genug leben durfte, um zu erkennen, dass ich geliebt bin und selbst Liebe bin.


In Wahrheit, Dankbarkeit und beständiger Liebe,

 

Barbara Lehman